“Eine unglaubliche Geschichte” Teil 4
18.08.2008 - 11:08:46 in Eine unglaubliche GeschichteKeine Kommentare
Als ich wieder erwachte, war es in meiner Wohnung bereits dunkel geworden. In meinen Haaren und Kleidern hatten sich kleine Vögel und Eichhörnchen eingenistet und aus der Ferne, vermutlich der Küche hörte man laute Techno-Musik. Wie lange war ich weg gewesen? Was war geschehen? Und wo war mein Backofen?
All diese Fragen blieben vorerst ungeklärt. Dann kam mir jedoch in den Sinn, dass man den Backofen doch vielleicht zuallererst in seinem natürlichen Lebensraum, der Küche suchen sollte. Vielleicht hatte mich die Techno-Musik darauf gebracht, ich weiß es nicht, jedenfalls stand ich wenige Minuten später vor meiner Küchentür. Es musste Wochen her sein, seit ich meine Suche begonnen hatte, die Bäume neben der ersten Speisekammer trugen nun schon fast kein Laub mehr.
Die Tür war nur angelehnt, ein heller Lichtschein drang heraus. Trotz der lauten Musik schien es ziemlich ruhig zu sein. Auch auf dem Weg hierher war ich niemandem begegnet. Als ich die Türe aufstieß um hineinzutreten verhallte die Musik mit einem Mal und ich stand in völliger, atemberaubender Stille vor dem Esstisch, an dem ein kleines Mädchen saß und vertieft in einem Buch blätterte.
“Oh, verzeihen Sie, ich wollte nicht stören.” entschuldigte ich mich rasch. “Schon gut,” sagte das Mädchen und legte das Buch beiseite. Ich schätze sie war vielleicht sieben oder acht, “Setzen Sie sich, ich habe Sie schon erwartet!” Mit diesen Worten zog Sie einen dicken Umschlag hervor und rückte ihre Brille zurecht. “Andreas Fink, ja?” “Ja,” antwortete ich nervös “bin ich zu spät?” “Nein, bis fünf Uhr müssten wir es eigentlich schaffen” murmelte das Mädchen, während es eifrig in den losen Blättern las.
Da plötzlich hielt sie inne, ja erstarrte fast beim Anblick einer alten Photographie auf der ich, eine bunte Schürze tragend an meinem Backofen zu sehen war. “Kennen Sie diesen Herd?” schrie sie mich an. “Ich denke er versteht sich heute eher als Ofen, denn als Herd…” begann ich schüchtern. “Egal, verdammt, kennen Sie ihn nun oder nicht?” brüllte sie. “Nun…ja…ich habe ich vor ungefähr zehn Jahren in einem Baumarkt gekauft.” stammelte ich. Rasch zog das Mädchen ein Feldtelefon hervor und wählte den Polizeinotruf. Es wurde eng für mich, ich schaute mich nach allen Seiten nach einer Fluchtmöglichkeit um. Doch da legte sie das Telefon nochmal beiseite und schaute mich durchdringend an:” Warten Sie, vielleicht geht es auch anders, Herr Fink…”
