“Eine unglaubliche Geschichte” Teil 7

23.09.2008 - 20:09:24 von Simon in Eine unglaubliche Geschichte2 Kommentare

Ein junger Mann in schwarzem Anzug schwebte knappe fünf Zentimeter über dem Boden die Kellertreppe herunter. Er trug eine orange Kravatte, welche sich mit seiner blassgrünen Nasenklammer überhaupt nicht vertrug. In der einen Hand trug er einen Aktenkoffer, in der anderen hielt er ein Mobiltelefon. Eine ungemeine Erhabenheit ging von ihm aus. Er hatte sich nicht sehr verändert, seit ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Nunja, die Fühler waren damals vielleicht noch nicht so ausgeprägt gewesen.

Nun war er unten angekommen und sank langsam zu Boden. “Heinrich,” rief ich ihm erfreut entgegen “wie geht es dir, alter Freund?”. Heinrich begann, wie erwartet zu singen. Er sang die herrlichsten Lieder und die schönsten Melodien, die entzückendsten Arien und die verträumtesten Vokalisen. Schon lange war mir nichts so Schönes mehr zu Ohren gekommen. Die Stunden vergingen, ich verlor mich völlig in seinem Gesang. Als er schließlich fertig war, setzte er sich neben mich an den kleinen Tisch und schnitt sich ein Stück von dem Käse ab, der dort angerichtet war.

“Andreas,” begann Heinrich nun zu sprechen ” ich hoffe meine Helfer waren nicht unsanft zu dir! Die Angelegenheit in der ich dich zu mir gerufen habe ist sehr dringend, wir dürfen keine Zeit verlieren!” Ich schaute ihn mit großen Augen an :”Worum geht es denn, mein lieber Gefährte?” Heinrichs Mine verdunkelte sich zunehmend, als er erneut zu sprechen begann:” Sie haben wieder nach dir gefragt, lieber Andreas, du solltest dich sputen. Sie hat dich besucht, nicht wahr?” “Ja, sie war da, wir haben alles geklärt.” Heinrich wirkte mit einem Male erleichtert :” Sie hat dich also verschont?” “Nun…ja” antwortete ich etwas unsicher. “Du lebst?” fragte er atemlos. “Äh..ja”.

“Hier ist deine Ausrüstung”. Mit diesen Worten öffnete Heinrich seinen Aktenkoffer. Darin fand sich ein langer, weißer Kochlöffel, eine metallfarbene Spirale und eine schwarze Billardkugel. Weiters ein nichtnummeriertes Los einer Glückstopf-Aktion, eine Haarnadel, Kernseife, ein Stück Wurst, ein Bügelbild, abwaschbare Haarfarbe, ein Wechselrahmen, vier hart gekochte Eier, ein 5-Liter Kanister Benzin, mehrere Luftballone und ein kleines, aber spitzes Schwert. Ich wusste was zu tun war.
“Mach dir rasch auf! Besser heute als morgen!” sagte Heinrich und schwebte die Treppe hoch. “Wer weiss, ob wir uns wiedersehen!” Und schon war er verschwunden.

Ich starrte noch eine Weile auf den geöffneten Aktenkoffer und entdeckte noch ein paar Kleinigkeiten in seinem Inneren. Dann schloss ich ihn, stand auf und verließ den Keller.

Fortsetzung folgt.

2 Kommentare zu ““Eine unglaubliche Geschichte” Teil 7”

  1. travis am 08.10.2008 um 15.10.18

    des geat weit über kreativität drüberaus. des isch oanfoch leimer norret.

  2. simon am 10.10.2008 um 23.10.24

    recht herzlichen dank

Einen Kommentar schreiben

Name

eMail (wird nicht veröffentlicht)

Webseite

Kommentar